Notizen

Zitate, Anmerkungen, Einfälle, Aphorismen ... Spötteleien ...
2009


Auch wenn du vor Wut birst, die Menschen werden immer den gleichen Unfug tun wie bisher.

Marc Aurel






Die Forderung "Wohlstand für alle", wie sie auch im „Koalitionsvertrag“ steht, ist als Reflexionsbestimmung genommen ein Allheitsurteil, das weder empirisch noch logisch sich je bewahrheiten kann. Sie ist an sich selbst Täuschung.

Es mag sein, dass die Politiker, die diese Formel als Slogan verbreiten, von besten Absichten und Vorsätzen geleitet werden, - dann täuschen sie sich selbst, sollten diese Absichten aber fehlen, heucheln sie. – Auch wenn es um so etwas Partikuläres wie den individuellen Wohlstand in einem Staate geht, kann das wahrhafte Ziel politischen Handelns nur lauten: "Allgemeiner Wohlstand".






Programmhinweis in einer TV-Zeitschrift:

Woher kommt die Welt?

Wissenschaft -Was war vor dem Urknall, wie soll man ihn sich vorstellen? „Wir kennen zwar die Zusammensetzung des Universums, aber eigentlich wissen wir nichts“, bekennt Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut. Im „Internationalen Jahr der Astronomie“ erläutern Forscher, wie sie mit Teleskopen, Raumsonden und Raketen in die Tiefen des Alls nach neuen Antworten suchen.

Wenn die Welt, die Menschen, woher kommen, müssen sie schon wo, z.B. im Urknall oder im Primaten, gewesen sein. Leider sind sie in keinem „Wo“ nachzuweisen. Wenn sie aber nirgendwo waren, können sie nicht gekommen sein, denn aus nichts kommt nichts. Entweder gab es sie deshalb schon immer oder es gibt sie gar nicht.

Auch wenn im Urknall, dieser „Form“, die Erde als Möglichkeit „zur Erde zu werden" oder als Information enthalten gewesen sein sollte, ist das Hervorgehen der Welt oder Erde unbegreiflich. Mit Ausdrücken wie Herkommen, Entstehen oder Entwickeln wird nichts begriffen. Es bleiben hohle Namen.

Im Übrigen gibt es Entstehen, Entwickeln, Werden, Leben, Verbinden, ja selbst Bewegung nur für das Denken und als Gedanke (Begriff).

Um Reinhard Genzel Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, das Bekenntnis, alles zu kennen und doch nichts zu wissen (erkennen, begreifen) ist für sich genommen eine großartige „Erkenntnis“. Er täuscht uns nicht mit der Überzeugung, in der Trostlosigkeit vieler Kenntnisse unser höchstes menschliches Bedürfnis nach Erkenntnis befriedigen zu können.

Angesichts seiner Bemerkung können wir uns vielleicht auch mit den Scholastikern versöhnen, die meinten, Gott bewiesen zu haben (ontologischer Gottesbeweis) und sich doch mit dem Wissen herumquälten, mit der Kenntnis vom Dasein Gottes noch nichts begriffen oder erkannt zu haben.






In unserem Erkennen unbefriedigt oder gar als überzeugte Agnostiker nehmen wir Zuflucht in der Trostlosigkeit der Raumverhältnisse und dem Spiel toter Kräfte, Energien, Potentiale und anderer Gespenster oder im Aberglauben sowie einer barbarischen „Spiritualität“.






Der Weg der Deutschen exemplifiziert an Albertus Magnus:

Ex asino philosophus et ex philosopho asinus






Ein üblicher Unsinn deutscher Kultursender, heute Morgen gehört: „Musikalische Gedankenströme, die sich zu neuen Klangwelten entfalten.“






Was unverständig aus einem Munde kommt, ist Unflat.
vgl. Matth. 15,18






WELTFORMEL

ABSOLUT ALLES ODER DAS EINE IST SOWOHL EINS WIE AUCH VIELES. ES IST SOWOHL MIT SICH IN EINHEIT, ALSO VERBUNDEN, ALS AUCH VON SICH VERSCHIEDEN. ES IST NACH ALLEN MÖGLICHEN BEWEGUNGEN BEWEGT SOWIE SCHLECHTHIN STILLESTEHEND. ES ENTSTEHT UND VERGEHT UND WIEDERUM KEINES VON BEIDEM. ES IST AUF ALLE WEISE UND AUCH NICHT UND SCHEINT ALL DIES ZU SEIN UND NICHT ZU SEIN. ES IST WERDEN, ENTZWEIEN UND VERBINDEN, PROGRESS UND REGRESS IN EINEM, LOGOS, LEBEN. ES IST MONOS – DYAS –TRIAS, EINE TRIADE VON TRIADEN ODER GEIST. ES IST DIE WAHRHEIT, NICHT DIE EINZIGE ODER EINE, DIE IMMER NUR LÜGE SIND.

Heraklit-Platon-Aristoteles-Proklos-Hegel






Wer diese Wahrheit nicht versteht , betrübe sein Herz nicht, denn wer nicht in der Wahrheit ist , wird diese Wahrheit nicht verstehen.

Meister Eckhardt von Hohenheim






Die Wahrheit ist immer offenbar und doch ein Mysterium, weil sie nur für den Geist ist.






Man muss den Gedanken schon haben, um ihn zu erkennen.






Marwa-Prozess

In der deutschen Presse steht geschrieben: „Der Marwa-Prozess, eine Sternstunde der deutschen Justiz.“ – Schade! Wäre doch die Sonne, die die deutsche Justiz hätte sein können, nicht gerade bei diesem Prozess untergegangen und hätte einer sternenklaren Nacht Platz gemacht.






Dem psychologisch-psychiatrischen (?) Gutachten nach soll der Angeklagte psychisch gesund und voll zurechnungsfähig sein. - Wer aber nur über ein klein wenig Fachkenntnis verfügt, weiß, dass die Tat wie auch das Verhalten des Angeklagten während der Verhandlung an sich selbst psychotisch waren (empirisch wie dem Begriffe nach). Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Angeklagte im Zustand einer akuten paranoid-halluzinatorischen Psychose gehandelt.






Da sieht man einmal wieder, wie jemand, dessen Profession es ist, mit sog. psychischen Störungen umzugehen, von seiner Tätigkeit nicht die geringste Ahnung zu haben scheint. Vielleicht hat sich der Gutachter aber dem politischen und medialen Druck gebeugt und wider besseren Wissens ein „Gefälligkeitsgutachten“ vorgelegt.






Die Worte, die der Staatsanwalt für den Angeklagten fand, gereichen weder ihm noch dem Gericht, das sie duldete, zur Ehre. Bei genauerer Betrachtung der Inhalte fallen die Beleidigungen, Entwürdigungen des Staatsanwaltes zwar auf ihn selbst zurück, weil er das, was er dem Angeklagten vorwirft, unmittelbar mit diesem tut. - Der Angeklagte mag völlig heruntergekommen sein, ein feiges, hinterhältiges Monstrum, dennoch bleibt er ein Mensch, verliert nicht seine Würde und ist dem Staatsanwalt wie dem Richter gleich, - sein „Bruder“. Die Würde ist eine Voraussetzung des Rechts überhaupt. Den Angeklagten einseitig auf sein Verbrechen zu reduzieren und moralisch (subjektiv) zu verurteilen, war während der Inquisition und zu Zeiten eines Herrn Freislers Sitte, aber, bitte schön, diese Zeiten haben vorbei zu sein. Der schlimmste Verbrecher ist würdig zu behandeln, auch wenn es dem Staatsanwalt dabei die Tränen in die Augen treibt.








Mahnung an das Gericht und den Staatsanwalt: „Hüte dich davor, dass du solche Gefühle gegenüber Unmenschen hast wie diese gegenüber den Menschen.“

Marc Aurel











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